Am 29. September versammelten sich die Mitarbeitenden der Drogennotdienst Berlin gGmbH zum jährlichen Trägertag. In diesem Jahr standen die Workshopangebote aus den eigenen Reihen im Mittelpunkt. Unter dem Motto „Soziale Arbeit in Zeiten des Wandels“ haben die Kolleginnen und Kollegen eigene Themenschwerpunkte gesetzt und Workshops angeboten. Auch wir, der Klientenbeirat, haben als Teil des Trägers ein eigenes Angebot ausgearbeitet. Unter dem Titel „Immer einen Schritt hinterher? – Expertise in Echtzeit: Klient als Ressource für eine dynamische Suchthilfe“ haben wir gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen, die unseren Workshop besuchten, nach Wegen gesucht, die Suchthilfe noch näher an den Bedarfen der Klienten und Klientinnen auszurichten.
Ausgangspunkt des Beitrags war eine wiederkehrende Herausforderung der Praxis: Während sich neue Substanzen, Konsummuster und Beschaffungswege im Szene-Alltag rasant verändern, kann die Suchthilfe nur bedingt in Echtzeit ihr Angebot auf die schnellen Entwicklungen anpassen. Gemeinsam mit den anwesenden Fachkräften sammelten wir Ideen, wie wir unser Erfahrungswissen mit dem sozialarbeiterischen Fachwissen verbinden und miteinander verschränken können.
Im interaktiven Teil ging es um die Frage, wie Wissenstransfer konkret und strukturell nutzbar gemacht werden kann. Es geht nicht darum, Fachwissen abzulösen, sondern es durch lebendiges Erfahrungswissen wirksam zu ergänzen. Diskutiert wurden praktische Modelle wie regelmäßige Kurzbriefings, themenspezifische Workshops oder anonymisierte Rückmeldungen. Zugleich wurden notwendige Rahmenbedingungen erarbeitet: Rollenklarheit und Abgrenzung zur Betreuung, gegenseitige Verlässlichkeit, Sprachmittlung und geschützte Räume (Safe Spaces).
Das Stimmungsbild am Ende des Workshops war eindeutig: Die große Mehrheit der anwesenden Sozialarbeitenden befürwortete das Konzept ausdrücklich und sprach sich dafür aus, Klienten und Klientinnen künftig fest als eine Art Erfahrungsreferent für den Träger einzubinden.
Neben dem fachlichen Austausch kam an diesem Tag natürlich auch das leibliche Wohl nicht zu kurz. Der Drogennotdienst sorgte für eine rundum gute Verpflegung und damit auch für die kleinen Pausen zwischendurch, in denen bei Kaffee und etwas Süßem weitergeredet, gelacht und sich ausgetauscht werden konnte. Beim gemeinsamen Mittagessen kamen die Mitarbeitenden und Teilnehmenden noch einmal in entspannter Runde zusammen, bevor es anschließend mit den Workshops weiterging. Und auch zum Abschluss durfte eine kleine Erfrischung nicht fehlen: Bei Kaffee und Eis ließ man den gemeinsamen Tag ausklingen.
Wir freuen uns sehr über den breiten Zuspruch. In den kommenden Wochen werden wir die gesammelten Materialien auswerten und überlegen, wie ein entsprechendes Konzept konkret aussehen könnte.
