Am 16. Juni nahmen wir am Suchtkongress des Fachverbandes Drogen- und Suchthilfe (fdr+) teil. Im Rahmen des Kongresses wurde ein Vortrag zum Thema Partizipation und Klientenbeirat gehalten. Im Mittelpunkt standen dabei der Aufbau und die Arbeitsweise des Beirats, seine zentralen Themenfelder sowie die Chancen und Herausforderungen partizipativer Strukturen – sowohl innerhalb der Organisation als auch im Austausch mit externen Akteur*innen.
Ein Schwerpunkt lag auf den inhaltlichen Themen, die den Beirat beschäftigen. Dazu gehören unter anderem die Lebensrealitäten wohnungs- und obdachloser Menschen, die Situation in Not- und Übergangsunterkünften, Fragen der Versorgungsqualität sowie der Zugang zu Hilfen im Suchthilfesystem. Ebenso wichtig sind Fragen der Kommunikation zwischen Klient*innen, Fachkräften und Verwaltung – also die Schnittstellen, an denen Beteiligung tatsächlich wirksam werden kann.
Darüber hinaus, und hier lag ganz klar der Interessensschwerpunkt der Seminarteilnehmenden, wurden die internen und externen Herausforderungen von Partizipation thematisiert. Intern geht es häufig um Ressourcen, Kontinuität und die Frage, wie Beteiligung im Alltag der Einrichtungen verbindlich verankert werden kann. Extern zeigen sich Herausforderungen insbesondere in der strukturellen Einbindung von Klient*innenperspektiven in politische und fachliche Entscheidungsprozesse. Partizipation braucht hier nicht nur gute Absichten, sondern auch klare Zuständigkeiten, Verbindlichkeit und reale Einflussmöglichkeiten.
Der Austausch im Rahmen des Kongresses hat deutlich gemacht, dass Beteiligung von Menschen mit eigener Erfahrung im Hilfesystem zunehmend als unverzichtbarer Bestandteil der Suchthilfe verstanden wird. Gleichzeitig wurde auch sichtbar, dass die praktische Umsetzung weiterhin mit strukturellen Hürden verbunden ist.
Für uns bleibt zentral, dass Partizipation nicht als Zusatz, sondern als integraler Bestandteil sozialer Arbeit verstanden wird. Der Klientenbeirat zeigt, dass Erfahrungswissen eine wichtige Ressource ist. Diese auf dem Kongress zu teilen zu können, erfüllt uns mit Freude und zeigt, dass vergleichbare Hilfesysteme ebenso die Wertigkeit der Betroffenenperspektive erkannt haben.
